Freitag, 30. Januar 2015

Campus Galli: Nachbetrachtungen und neuer Unsinn von einem alten Bekannten

Moderne Stahlarmierungen im karolingischen Mörtel

Unter dem Gastbeitrag von Hannes Napierala wurde die Frage aufgeworfen, warum das Fundament der als mittelalterlich deklarierten Holzkirche Stahlarmierungen enthält (Bild 1). Mangels entsprechender Auskunft möchte ich dazu nachträglich etwas anmerken:
Der verwendete Flachstahl erfüllt keinesfalls den Zweck, die Statik des ohnehin überdimensionierten Mauerwerks zu verbessern. Nein, es geht hier darum, den hölzernen Aufbau am Steinfundament zu verankern. Man beachte auf nachfolgenden Bildern, wie die Enden der stählernen Armierungen aus den aufgelegten Holzschwellen herausragen: Bild 2, Bild 3
Diese und andere anachronistische Bauweisen haben freilich mit Experimenteller Archäologie nichts zu tun. Sie reduzieren den möglichen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn immens. Manch anderes Freilichtmuseum ist hingegen durchaus in der Lage authentische Bauwerke zu errichten, die trotzdem gefahrlos von Besuchern betreten werden können. Beispiele hierfür wurden in diesem Blog schon mehrfach genannt. 


Die Klosterküche und das Protokoll des WKD

Ebenfalls unter dem Gastbeitrag von Hannes Napierala wurde diskutiert, ob die gegenwärtige Besuchergastronomie quasi von "Amtswegen" für nicht betriebstauglich befunden wurde oder ob ein zu geringes Platzangebot einen Neubau nötig machte. Der Geschäftsführer des Campus Galli erklärte dazu:
"Von Seiten des WKD (Wirtschaftskontrolldienst) könnten wir so weitermachen wie bisher. Der geplante Neubau soll uns ermöglichen, das Speisenangebot zu erweitern."
Ein in der Regel gut informierter Leser machte mich nun mit Nachdruck darauf aufmerksam, dass der WKD (Wirtschaftskontrolldienst) bei seinem Besuch sehr wohl zu einem Ergebnis gekommen sei, demzufolge die Fortführung des Betriebes in der derzeitigen Form nicht möglich wäre. Überprüfen könne man dies anhand eines bei der Stadt Meßkirch hinterlegten Protokolls, das auf den 30. 10. 2014 datiert.

Bereits jetzt steht allerdings fest, dass der für die kommende Saison geplante Neubau des Gastronomiebetriebes aufgrund diverser Verzögerungen verschoben wird - wie einem Schreiben von Hannes Napierala an den Freundeskreis (Förderverein) des Campus Galli zu entnehmen ist. Daher möchte man sich mit der alten Küche noch einmal "über die Saison retten". Sie "MUSS" dazu allerdings "optimiert" werden, heißt es. 
Bei der Dringlichkeit der gewählten Formulierung stellt sich freilich die Frage, ob diese zwingende "Optimierung" wirklich einzig und alleine der angeblich zu knapp bemessenen Größe der Räumlichkeiten geschuldet ist...


Der Bagger rückt an - wieder einmal

Wenn beim Campus Galli der Bagger anrückt, dann wird zwecks Rechtfertigung gerne der Begriff "Infrastrukturmaßnahme" bemüht. Beim Besucherparkplatz traf dies sicher zu, jedoch in keiner Weise bei der Rodung und Planierung der Klosterbaustelle selbst (sog. "heiliger Bezirk").
Fragwürdig ist es auch, wenn nun ein kleiner Teich mittels Bagger ausgehoben werden soll, wie ebenfalls in dem oben erwähnten Schreiben an den "Freundeskreis" verlautbart wurde. Schweres maschinelles Gerät stand mittelalterlichen Mönchen - die wahre Meister im (manuellen!) Anlegen von Teichen waren - gewiss nicht zur Verfügung. Vom einst kategorisch formulierten Anspruch, nur mit den Mitteln des 9. Jhs. arbeiten zu wollen, kann hier also wieder einmal keine Rede sein. Äußerst schade.


Seine Kaiserliche Hoheit Bert der I.

Um Bert M. Geurten, den sogenannten "Initiator" des Campus Galli, war es in der letzten Zeit deutlich stiller geworden - was freilich nicht auf reine Freiwilligkeit zurückzuführen ist... 
Mit umso mehr Getöse drängt sich der nach Aufmerksamkeit lechzende Aachener nun aber wieder in den Vordergrund. Die Bühne dafür bot ihm der Spiegel, in dessen Heft-Serie Spiegel Geschichte (1/2015) er mit seinen genealogischen Kenntnissen brillieren durfte:
"Ich habe ein wenig Familienforschung getrieben und festgestellt: Karl der Große war mein Vorfahre."
Worauf Herr Geurten diese beeindruckende Abstammung im Detail zurückführt, verschweigt er uns leider. Möglicherweise leitet er sein Verwandtschaftsverhältnis primär von optischen Gemeinsamkeiten ab, denn dank eines Münzbildnisses sowie dem Biografen Einhard ist bekannt, dass auch Karl der Große nebst Schnurrbart einen deutlich hervorstehenden Bauch besessen hat ;)
Spaß beiseite: Sinnfreie Aussagen wie die obige sprechen für sich selbst.

Scheinbar pragmatisch lässt Herr Geurten die Leser des Spiegels wissen:
"Uns war allen klar, dass es ein Spagat sein würde. So nah wie möglich ans 9. Jahrhunder, aber mit allen Einschränkungen des 21. Jahrhunderts. Bei Bauvorschriften, Gesundheit, Sicherheit machen wir keine Kompromisse. Living history kann man mal für ein Wochenende im Wald machen. Bei uns geht das nicht, wir haben Besucher."
Was mag es nun aber mit "Bauvorschriften, Gesundheit und Sicherheit" zu tun haben, wenn ausgerechnet die für den Campus Galli tätige Arbeitsanleiterin auf jegliche Vorbildfunktion pfeift und bei mehreren öffentlichen Veranstaltung völlig unnötigerweise in einer Art Fantasy-Kluft erscheint? Ist es der guten Frau nicht zumutbar, die Details zu beachten? Was ist so schwer daran, die Tunika zu gürten und auf einen ahistorischen Schal zu verzichten? 
Bert M. Geurten und Teile seines Anhanges mögen diese Kritik leichtfertig als sektiererische Pingeligkeit abtun, aber damit stellen sie nur ihre eigene Ignoranz unter Beweis. Denn es sind unzählige Schlampereien und Auslassungen wie diese, die dafür sorgen, dass den Besuchern des Campus Galli jede konkrete Vorstellung vom Geist der dargestellten Epoche vorenthalten wird. Kleidung und Accessoires sind schließlich Bedeutungsträger! 

All diese Fakten und Zusammenhänge wird Herr Geurten freilich nie behirnen. Qualität ist für ihn zweitrangig. Die Leidtragenden sind neben den Besuchern auch jene Angestellten des Campus Galli, die zwar redlich um Authentizität bemüht sind, aber dabei nur unzureichend unterstützt werden. So einen Vereinsvorsitzenden haben sie sich nicht verdient.

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Alle meine Beiträge über den Campus Galli - inkl. der hier nicht gelisteten Kurzmeldungen

Externe Beiträge und Artikel:
Karfunkel: Causa Galli - Was ist los am Bodensee? - OFFLINE
Aachener Zeitung: Dunkle Wolken über der Klosterstadt - Klick mich
Bund der Steuerzahler: Kommt die Kloster-Katastrophe? - OFFLINE
Zollern-Alb-Kurier: Meßkirch muss nachschießen - OFFLINE
Tribur.de (Geschichte und so Zeugs):  Die Akte Campus Galli - Klick mich
Agis kritischer Bildbericht vom Campus Galli: Klick mich
Tribur.de (Geschichte und so Zeugs): Spiegel Geschichte und der Campus Galli - Klick mich
Mittelalter-Stadt "Campus Galli" - Weniger Besucher, mehr Kritik: Klick mich

52 Kommentare

  1. Tatsächlich ist es ohne weiteres möglich, qualitativ hochwertiger zu rekonstruieren. Egal ob Bauten oder Kleidung.

    http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/dorfgeschichten/dorfgeschichten-baernau-die-zukunft-liegt-im-mittelalter-100.html

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    1. Du bist schon der zweite Leser, der mich heute darauf aufmerksam macht ;)
      Zum Geschichtspark Bärnau habe ich übrigens schon einen eigenen Blogbeitrag verfasst.

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    2. Ein ganz aktuelles Beispiel, dass es auch anders geht: http://www.rnz.de/nachrichten/metropolregion_artikel,-Leben-wie-vor-1200-Jahren-Wohnexperiment-in-Lorsch-_arid,72528.html

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    3. Ein sehr schönes Beispiel, wie experimentelle Archäologie funktionieren kann!
      (werde darauf noch gesondert im Blog verlinken)

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  2. Ein Teich wird aktuell auf CG mit dem Bagger ausgehoben. Das hörte sich vor wenigen Tagen aber noch ganz anders an.

    Zitat Hannes Napierala (...)Unsere Mitarbeiter sind aktuell draußen und verbessern die Werkstätten (natürlich arbeiten wir auch ohne Besucher nur mit historisch belegten Mitteln)

    Ich bin ehrlich betroffen; habe ich den Geschäftsführer bis dato für glaubwürdiger gehalten. Aber ihm steht das Wasser wahrscheinlich bis zum Hals, dass er solche Aussagen macht wohl in der Hoffnung, man bohrt nicht so genau nach.

    Cassandra

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    1. Der neue Geschäftsführer hat für mich seine "Glaubwürdigkeit" schon verspielt. Man vergleiche nur seine kruden Auffassungen über "Aktualität" im vorhergehenden Beitrag. Der Mann ist bereits jetzt nicht mehr in der Lage, Phantasien gegenüber realen Fakten richtig zu bewerten. Ich stelle also fest, es hat sich nichts bei CG verbessert. Eine Verbesserung ist auch nicht zu erwarten.
      Es gibt ein altes Sprichwort der Dakota - Indianer: "Wenn du feststellst, dass du ein totes Pferd reitest, steige ab!"
      Eine treffliche Weisheit!

      Ein Bürger

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  3. Und in altgewohnter Weise macht Herr G. die LH-Szene verbal nieder. "Ein Wochenende im Wald"? Ich vermute, er verwechselt da LH und LARP. Wie Burg- und andere Gebäudebelebungen zeigen, geht LH auch mal länger als ein Wochenende und findet typischerweise eher an anderen Orten als im Wald statt. Ach, und Besucher gibt's typischerweise bei LH-Events auch.

    - Exilwikingerin -

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  4. Also WENN man schon keinen großen Wert auf Wissenschaftlichkeit und die absolut strenge Auslegung des historischen Baugewerbes legt, wie ja auch Herr Napierala unlängst erklärte und wie wir an zahlreichen Beispielen sehen können, WARUM tut man sich dann an, für die nächsten 30 Jahre die angeblich extrem hohen Personalkosten zu bezahlen und die Stadt Meßkirch in Schulden zu stürzen und macht nicht alles in den nächsten 2 Jahren mit Bagger und Co ratzfatz fertig und kann danach den Campus für das nutzen, was hier offenbar beabsichtigt wird (also Geschichtsgeplänkel mit Spindel und Weidenkörben und Färbertöpfen vor Touristen und ein Würstelstand).

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  5. " Kleidung und Accessoires sind schließlich Bedeutungsträger! "
    Dem kann ich dir nur beipflichten. Das auf dem Campus Galli dargestellte "Mittelalter" hatte ja von Anfang an den Charakter großer Beliebigkeit. Der festangestellte Historiker Reuter scheint kein Auge für die Details zu besitzen, was ich auf mangelndes Wissen zurückführe. Ein abgeschlossenes Geschichtsstudium macht niemanden automatisch zu einem Fachmann für mittelalterliches Alltagsleben!
    Vielleicht besitzt Reuter aber auch einfach zu wenig Autorität, um sich Gehör zu verschaffen. Egal, denn so oder so kommt dabei die darstellerische Qualität eines Mittelalterfestes heraus. Als eine, die lange Jahre im Museumsbetrieb gearbeitet hat, schmerzt es mich besonders, wie hier zahlenden Besuchern mutwillig ein X für ein U vorgemacht wird. Dass so etwas dann aber auch noch mit öffentlichen Finanzmitteln gefördert wird, ist schlicht unfassbar. Wo bleibt der Bund der Steuerzahler?

    Grüßle,
    Maria

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    1. "wo bleibt der Bund der Steuerzahler"
      Nach einer ersten Rüge vom "Bund der Steuerzahler" haben die Verantwortlichen vom "Badischen Geniewinkel- Meßkirch " den selben im letzten Jahr nochmals eingeladen.
      "gelungene Geste" - jetzt sind die Still. So wird's gemacht , Maria !
      der letzte Krieger

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  6. Wie kommt es eigentlich, dass dieser Herr Geurten immer noch Vorsitzender des gemeinnützigen (!) Trägervereins ist, obwohl er doch mit jeder seiner Wortmeldungen mehr beweist, wie wenig er dafür geeignet ist, einen so ambitionierten Projekt vorzustehen? Dem Campus Galli fehlt es ganz offenbar an Transparenz und Kontrolle bei den Strukturen der Entscheidungsfindung, und trotzdem gibt man ihm weiter große Summen Steuergelder in die Hand.

    Ich fände, es ist an der Zeit, dass möglichst viele Bürger und auch verständige Leute aus der Living History Szene einen Mitgliedsantrag beim Trägerverein stellen (und nicht etwa bei der reinen Melkkuh Freundeskreis!). Der Trägerverein braucht Leute mit Sachverstand an seiner Spitze und keine Leute, die ihren "Bubenträumen" nachhängen. Dies würde dann endlich auch jene positive wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen, die sich Meßkirch so verzweifelt mit dem Campus Galli herbeisehnt.

    Ein Demo(n)krat

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    1. Er wird eben einen Wasserdichten Vertrag haben. Aber das muss ihm einmal einer nachmachen: Ein extrem defizitäres Unternehmen auf Steuerzahlerkosten gründen, ohne nennenswerte eigene Mittel einzubringen, und dann als Vorsitzender dieses Scherbenhaufens monatlich ein nettes Gehalt beziehen. Hut ab, was für eine geniale Altersvorsorge! ;-) Chris

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    2. Der Vorsitzende eines gemeinnützigen Vereins erhält im Gegensatz zum Geschäftsführer kein
      eigenes Gehalt. Natürlich sollte dieser Zustand Herrn G. nicht als Alibi für seine offenkundige Inkompetenz dienen.
      Paolo

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  7. Soweit ich weiß, hat dieser Verein ziemlich seltsame Regelungen den Vorsitzenden und die Anzahl der Mitglieder betreffend ...
    Herr Reuter ist nicht der Fachmann für diese Art Arbeit. Es gab andere, die Hr. G. jahrelang alle nötigen Infos bzgl. Living History einschließlich Schulung der Darsteller, karolingerzeitlichem Bauen, Alltagsgegenständen, Kleidung usw. "mundgerecht" aufbereitet haben. Leider hat Herr G. sich zunehmend als beratungsresistent erwiesen; und als klar wurde, daß er seinen "Bubentraum" auf seine eigene Weise durchziehen will, haben diese Personen das Handtuch geworfen.
    Herr G. weiß durchaus, wie man es besser machen könnte, was den Schluß nahelegt, daß er nicht will.
    - Fränkin -

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  8. So so, Karl der Große war also ein Vorfahre des "Bubenträumers" Geurten. Da ist wohl der Wunsch der Vater dieser Behauptung, oder ist das jetzt wieder ein Fakt?.
    Tolle Reputation, fürwahr! Man kann jetzt gespannt sein, welche Vorfahren die anderen Vasallen des CG aus dem Hut zaubern werden. Der SPIEGEL ist für solche Meldungen ja prädestiniert, wird er doch zu den sog. "Mainstreammedien" gezählt. Und die werden landläufig wie noch mal genannt?
    Passt schon sehr gut zusammen!

    Ottavan

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  9. Gibt es da eigentlich irgend ein Bauvorhaben, das nicht verspätet gestartet wird? Jetzt wieder die neue Würstelbude, vorher die Kirche und mit dem Bau der angekündigten Scheune wurde es in der vergangenen Saison auch nichts. Und nicht zu vergessen, dass sich sogar die Eröffnung der Baustelle selbst mehrfach verzögert hat, wenn ich richtig informiert bin.
    Wer ist denn da für Planung und Koordination zuständig???
    Wenn ich meinen Betrieb über Jahre hinweg so führen würde, dann würde mir die Bank bestimmt keinen Kredit geben. *kopfschüttel*

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  10. Aha, sagt Geschäftsführer Napierala etwa nicht die volle Wahrheit, wenn er behauptet, der Wirtschaftskontrolldienst hätte keine Einwände gegen die Gaststätte bei der Überprüfung gehabt?

    Ich habe mir heute den Artikel vom Geschichts-Spiegel durchgelesen, normalerweise kaufe ich mir das Käseblatt ja nicht, und sogar dort wird der Vorwurf wiederholt, dass die Küche wegen Hygienemängeln geschlossen wurde.
    Wirklich sehr interessant ist auch Napieralas Prognose in dem Artikel. Mit 200.000 Besuchern rechnet er in der Zukunft. Wann diese Zukunft ist, sagt er nicht.
    Und auf die Mittelalterfans wird auch geschimpft, besonders auf Blogger (sic)! Die petzen über Elektrozäune und Piercings, meckert ein Angestellter munter drauf los.
    Da liegen die Nerven zunehmend blank, habe ich so den Eindruck!

    Mr. Frog aus Meßkirch

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  11. Ich habe mir das SPIEGEL-Sonderheft auch gekauft.
    Noch ein paar Zitate aus dem CG-Artikel:
    "Die Seilmacherinnen, Steinmetzinnen haben sich inzwischen gewöhnt, nach ihrer Unterwäsche gefragt zu werden."
    In dem besagten-SPIEGEL-Sonderheft findet man passenderweise auf S. 5 ein Foto einer CG-Mitarbeiterin. Aus ihrem Tunikaärmel lugt ein hellblaues T-Shirt hervor. Das sollte diese Frage doch beantworten ....

    "Niemand darf sich mit einer Uhr am Handgelenk oder einem Handy erwischen lassen."

    "'Es gibt natürlich auch immer Mittelalter-Fans, die nur hierherkommen, um nach Fehlern zu suchen. Aber das sind sehr wenige', sagt der Schindelmacher. Die mokieren sich dann über das Nasen-Piercing der Färberin. Die fotografieren das Kleidergrößenetikett am Wollgewand oder den Elektrozaun am Schweinekoben und petzen es später aus dem sicheren Versteck ihres Blogs."
    Es folgt das bekannte Blabla zu Sicherheitsschuhen und Feuerlöschern.

    "Aber gab es zur Karolingerzeit auch diesen Ambos [sic] mit den zwei Hörnern? 'Wir haben keine archäologischen Funde. Die Sitte der Grabbeigaben brach bei uns nach und nach mit Ausbreitung des Christentums ab.'"
    Nun ja, es gibt Bildzeugnisse, auf denen kleine blockförmige Ambosse abgebildet sind. Und nebenbei bemerkt, es gibt ein kürzlich entdecktes wikingerzeitliches Schmiedegrab mit viel Werkzeug als Beigaben. Darüber gibt es sogar einen aktuellen Artikel - im SPIEGEL:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/200-werkzeuge-in-wikinger-grab-eines-schmieds-in-garten-in-norwegen-a-1015714.html
    (Der referenzierte norwegische Artikel ist vermutlich dieser:
    http://forskning.no/2015/01/dette-grov-arkeologene-fram-i-norge-i-2014)

    - Exilwikingerin -

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  12. Campus Galli, was ist das?
    AW: Eine Realsatire mit Laiendarstellern.
    Speziell diesem Geurten kann man ein naturgegebenes Unterhaltungstalent nicht absprechen. Eben ein waschechter Rheinländer.

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  13. Den Damen und Herren der Klosterstadt gefällt es also nicht, dass an Ihnen und ihrem Projekt Kritik, vor allem im Internet, geübt wird. An diese Adresse möchte ich einmal richten, dass wir nunmal im 21, Jahrhundert angekommen sind und GOTT SEI DANK auf diesem Wege Leute aus aller Welt ihre Meinung äußern und verbreiten können. Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, wie wir gerade dieser Tage doch alle wissen und in einer Demokratie enorm wichtig und wünschenswert. Es ist nicht feige oder hinterhältig, in einem Blog FAKTEN offenzugelegen, sondern es ist eine tolle Sache und ein großer Dienst für Menschen, die sich Informationen beschaffen wollen, gerade wenn, wie in diesem Fall, alles vertuscht und verschwiegen wird. Als Meßkircher hat man kaum die Chance, an ehrliche Informationen zu kommen wenn man sich mit CG beschäftigt!

    Liebe Klosterstädtler, auch Lehrer werden heute im Internet von Eltern und Schüler bewertet,dagegen können sie sich nicht wehren. Ärtzte, Pflegeheime, Hotels, Handwerker,... alles wird diskutiert, jeder darf seine Erfahrungen einbringen , darf "Sterne" vergeben oder abziehen und Kommentare schreiben. CG ist da leider keine Insel der Glückseligen und davon ausgenommen. Und dass jetzt so viel negatives hochkommt, ist die Konsequenz aus z. T. arrogantem Verhalten der Vereinsführung, hinter verschlossenen Türen abgehaltenen Gemeinderatsitzungen, null Transparenz, Fehlinformationen,... die Liste ist lang. Dass die LH-Szene verbittert ist und so mancher Kommentar auch von Emotion geleitet manchmal vielleicht etwas über das Ziel hinausschießt; ja das kann ich als Außenstehender sehr gut nachvollziehen ! Und zum großen (!) Teil haben sie einfach nur RECHT. Es ist außerdem unverschämt , immer wieder so zu tun als käme die Kritik nur aus dem Internet, also von ganz weit weg:

    Warum fordert Gemeinderat Thomas Nuding denn, ein Stimmungsbild der Meßkircher Bürger zu Campus Galli einzuholen? Vermutlich, denn das ist das naheliegendste, werden sich ihm einige Menschen anvertraut haben dass sie ein schlechtes Gefühl haben, dass sie das Projekt nicht haben wollen und auch noch nie haben wollten, und die UNSUMMEN an Geld anderswo viel dringender gebraucht würden in unsererer Stadt. Denkt mal drüber nach....

    Cassandra

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  14. Den Wissenschaftsrat würde ich in Expertenrat umbenennen und dort auch erfahrene LH-Leute reinsetzen - falls sich so eine Aufgabe überhaupt noch jemand aufladen möchte. Die momentane Besetzung mit Theologen, Bibliothekaren etc., die von lebendiger Geschichte nichts verstehen, hat sich unübersehbar als unzureichend entpuppt. Wenn Herr Napierala, der auf mich in seinem Blogbeitrag eigentlich schon einen ehrlich bemühten Eindruck gemacht hat, das erkennt und Konsequenzen daraus zieht, dann wird er auch die Qualität des CG anheben können.

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    1. Es ist ja nicht gerade so, als hätten sich beim Campus nicht schon Living History-Profis eingefunden gehabt, die hat geflissentlich ignoriert, bis sie aufgegeben haben. Bringt gar nix, den Wissenschaftsbeirat neu zu besetzen, aktuell werden ja nicht mal die vorhandenen Mitglieder des selbigen zu Rate gezogen.

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  15. Schätzungsweise jeder Einskommazweite Deutsche stammt von Karl dem Großen ab.Vielleicht bezieht sich Geurten auf diese Statistik.
    Andererseits können nur relativ wenige ihre Ahnenfolge geschlossen und unzweifelhaft bis zu Karl dem Großen nachweisen. Das gelingt nur, wenn man bei der Ahnenforschung Anschluss an den hohen Adel erlangt.

    Genealoge

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    1. Es würde mich nun überhaupt nicht wundern, wenn die Meßkircher diesen neuesten Krampf vom Geurten für bahre Münze nehmen werden. Dann werden sie nicht nur den sog. "Geniewinkel", (welches Genie?) bewerben, sondern auch noch einen (behaupteten) direkten Nachfahren Karls des Großen für sich in Anspruch nehmen wollen.
      Vielleicht gibt es dafür dann noch extra Kohle vom Steuerzahler ...?

      Bürger

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    2. Was bedeutet hier überhaubt "direkter Nachkomme"?
      Man unterscheidet gewöhnlich zwischen
      - agnatischer Abstammung (über die männliche Linie) u.
      - kognatischer Abstammung (über die weibliche Linie)

      Außerdem kann zwischen biologischer, sozialer und rechtlicher Abstammung unterschieden werden.

      Was Geurten unter "direkter Abstammung" versteht, leuchtet mir nicht ein. Will er damit sagen, seine Abstammung von Karl dem Großen wäre
      - agnatisch, also dass sich seine männliche Linie lückenlos auf einen der Söhne Karls des Großen zurückführen lässt (ohne weibliches Glied in der Ahnenkette)
      - biologisch, das heißt, dass kein Ehebruch in der Ahnenlinie vorgekommen ist (was im strengen Sinn nicht bewiesen werden kann) oder keine Adoption vorgekommen ist?

      Eigentlich stamme ich direkt nur von meinen Eltern ab, und indirekt von meinen Großeltern (also über die Eltern) und weiteren Vorfahren.
      Von meiner Tante oder meinem Vetter stamme ich auch nicht "indirekt" ab.

      - Genealoge -

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  16. Da das karolingische Geschlecht im 10. Jahrhundert in Frankreich ausgestorben ist, scheidet eine agnatische Abstammung für Geurten aus.
    Seine "direkte Abstammung" von Karl dem Großen kann sich also allenfalls darauf beziehen, dass in seiner Ahnenkette Adoptionen und/oder, so weit dies feststellbar ist, Zeugung im Ehebruch ausgeschlossen ist.

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  17. Moin,

    zur Zeit hat ja der Begriff "Lügenpresse" Konjunktur. In der Berichterstattung zum Campus Galli schickt sich die Schwäbische Zeitung nun an, auch noch die "Jubelpresse" zu etablieren. Gerade berichtet die nämlich darüber, dass der Spiegel über die Klosterstadt berichtet und vermeldet dabei stolz, dass das Meßkircher Projekt schon im Inhaltsverzeichnis mit einem Foto der Korbflechterin auf sich aufmerksam machen würde - wie peinlich ist das denn? Gibt's für die Werbung wenigstens Geld von der Rudolf Augstein GmbH & Co. KG, oder verzehrt man sich in Meßkirch so sehr nach ein klein wenig Bedeutsamkeit und gute Neuigkeiten von ihrem Vorzeige-Projekt?

    http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Spiegel-berichtet-ueber-den-Campus-Galli-_arid,10170895_toid,494.html

    Natürlich darf in der Meldung auch der Hinweis auf die edle Abstammung des Projekt-Initianten nicht fehlen. Was dagegen unerwähnt bleibt ist die harsche Kritik der Interviewten und des Journalisten an der kritischen Living History Szene.

    Übrigens, das Magazin erschien Ende Januar just zu jener Zeit, als der Geschäftsführer Napierala in einem Kommentar (27/01/2015) meinte:

    >>Auch in der Kommunikation wurden Fehler gemacht, für die Bezeichnung "Freaks" möchte ich mich im Namen von Campus Galli ganz aufrichtig entschuldigen, das ist nicht das Niveau auf dem wir kommunizieren möchten.<<

    Das zeitgleich in einem großen Printmedium genüsslich über die gleichen "Freaks" weiter hergezogen wird, zeigt m.E. wie viel man auf solche "aufrichtigen Entschuldigungen" für fehlgeleitete Kommunikation geben kann: nämlich gar nichts. Schließlich ist es gute Sitte, dass man solche Artikel vor der Veröffentlichung nochmal von den Interviewten gegenlesen und autorisieren lässt. Wäre dem Geschäftsführer des Campus Galli wirklich an einem besseren Verhältnis zur Living History Szene gelegen, wären solche Äußerungen sicher nicht im Spiegel gelandet. Aber anscheinend gefällt sich der Campus Galli in der Rolle des Missverstanden sehr gut.

    Gruß, ein Leser

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    1. "Mehr Schein als sein". Dieses Sprichwort trifft bei CG jedenfalls voll zu - scheint wie gemacht dafür. Und wenn irgend jemand sich vom neuen Geschäftsführer erwartet hat, dass irgend etwas besser bei CG wird - nun der wurde / wird herb enttäuscht. Dem ist offensichtlich das Hemd auch viel näher als die Hose. "The Show must go on", wenn die Gehälter weiter fließen sollen. Vermutlich kann man bei CG mehr einsacken, als beim Stöbern nach Viecherknochen im Wüstensand...
      Wenn Geurten schließlich als "Ahnenforscher" etwas taugen würde, bräuchte er das CG nicht!

      Bürger

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    2. An den Meßkircher Gemeinderat:

      Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, dass er hauptsächlich von Idioten umgeben ist, der merkt das aus einem gewissen Grunde nicht!
      Von Curt Goetz.

      Ein Bürger

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  18. Hi Hiltibold
    Weißt du, warum beim Campus Galli Kloster einen modernen Amboss mit Hörnern benutzt wird und nicht ein Steckamboss ?Als Kunstschmied in ausbildung wundert mich das weil ich keinen grund wie Kosten oder Sicherheit sehe, weshalb man das falsch machen müsste. Eigentlich ist es schon sehr traurig, dass man sich da nicht mehr anstrengt. Da zeigt man den Besuchern doch kein altes Schmiedehandwerk, wenn man teilweise modernes Werkzeug benutzt.
    MfG
    Ein_Quantum_Most

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    1. Hallo auch!

      Der moderne Amboss wurde hier schon öfters angesprochen. Als jemand der auch nicht völlig unerfahren im Schmieden ist, nehme ich an, dass die Schmiede des Campus Galli bisher einfach keine Lust hatten, vollständig vom Arbeiten an einem großen "Blockamboss" auf den deutlich kleineren und anders gestalteten Steckamboss umzulernen - obwohl ihnen ein solcher ja durchaus zur Verfügung steht. Außerdem ist er in der Anschaffung deutlich günstiger.

      http://www.geschichtsparkshop.de/de/Lagerleben/Ausruestung/Amboss

      Zusätzlich zum Steckamboss gäbe es übrigens auch noch eine größere Varianten aus Stein, die historisch ebenfalls korrekt wäre und zumindest zum groben zurichten gut zu gebrauchen ist.

      Tolles Pseudonym ;)

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    2. Dankeschön :-) Ich selber würde so ein Umlernen gar nicht so sehr als Mühe empfinden sondern als Herausforderung. Sowas erweitert ja auch den eigenen Horizont als Handwerker. Das sollte man vielleicht beim Campus Galli auch so sehen versuchen.
      MfG,
      Ein_Quantum_Most

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  19. " Fragwürdig ist es auch, wenn nun ein kleiner Teich mittels Bagger ausgehoben werden soll "

    Verfügt man beim Campus Galli noch immer über keinen Brunnen oder zumindest eine Zisterne? Als ich im Herbst 2013 danach fragte, wurde mir die Auskunft erteilt, man denke darüber nach.

    Ein Brunnen wäre auf jeden Fall eine der ersten Baumaßnahmen gewesen, die die Klostergründer des Frühmittelalters an einem neu erschlossenen Bauplatz durchgeführt hätten, der über kein nahe gelegenes Fließgewässer verfügt. Einen kleiner Teich ist niemals ein Ersatz, da dessen Wasser nicht zum Trinken taugt. Das war bereits Vitruv bekannt, auf den sich die Planer ja auch ansonsten neuerdings in den Onlinemedien berufen.

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    1. Von einem Brunnen ist mir nichts bekannt. Dabei würden sich natürlich gerade dieser als schöne kleine Rekonstruktion anbieten. Tief graben müsste man auch nicht, da der Grundwasserspiegel vor Ort relativ hoch ist.

      Die Vorstellung, dass beim Campus Galli bezüglich der zu errichtenden Bauwerke eine historisch nachvollziehbare Reihenfolge eingehalten wird, trifft leider nicht zu. Es handelt sich bei diesem Projekt eben nur um wenig seriöses Histotainment.

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    2. @ Johann Mayer
      Die Auskünfte des Personals kannst du vergessen.
      Die halbinformierten Praktikanten erzählen einem viel, wenn der Tag lang ist.
      @ Hiltibold
      Sehr dreist war auch, dass dieser erwiesene BS trotz bekannter Kritik lange Zeit nicht von der CG-Homepage entfernt wurde.

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    3. Richtig. Erst nachdem der Bund der Steuerzahler sich darüber öffentlich lustig machte - wahrscheinlich weil man durch dieses Blog darauf aufmerksam wurde - hat man die inkriminierte Falschbehauptung (nach rund einem Jahr!) entfernt.
      Zu diesem Zeitpunkt war aber freilich der Mythos, der Campus Galli würde sich selbst bzw. quasi autark mit Baumaterialien versorgen, längst etabliert, da schon etliche Medien und Blogger den entsprechenden Text kopiert und ins Netz hinausposaunt hatten.

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  20. Wo kriegen die denn auf dem CG aktuell das Wasser her? Die Mitarbeiter brauchen doch Wasser zum Kochen und als Trinkwasser für die Tiere und zum Pflanzengießen und zum Lehm anrühren und Färben und so weiter. Und zumindest zum Kochen braucht man Wasser in Trinkwasserqualität. Muß da jemand mit dem Eimer zum Eingangsbereich laufen, wenn Wasser benötigt wird?
    Ich war am Wochenende auf der Free (Reisemesse) in München und habe dort einen Faltprospekt vom CG mitgenommen. Vertreter vom CG waren nicht da, und selbst nach dem Flyer mußte ich lange suchen. Die Kirche ist darauf als "Holzkirche" eingezeichnet (obwohl sie noch nicht fertig ist), es gibt auch einen "Bauplatz Scheune". Einen Brunnen gibt es auf dem Plan nicht, auch keinen Teich und keine Quelle.

    - Exilwikingerin -

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    1. Für die von dir geschilderten Zwecke wurde im Zuge der Erschließung des Baugeländes eine moderne Wasserleitung verlegt. Bei den von der Gemeinde Meßkirch übernommenen Kosten von 740 000 Euro für Infrastrukturmaßnahmen der Klosterstadt (laut schwäbischer Zeitung) fiel diese Baumaßnahme vermutlich kostenmäßig kaum noch ins Gewicht...

      Mit dem Bau der Scheune möchte man nach Möglichkeit im Frühsommer beginnen - wer davor kommt, schaut wohl durch die Finger...
      Allerdings ist selbst der Baubeginn im Frühsommern nicht sicher, da es an Personal mangelt, wie einem internen Schreiben des Campus Galli zu entnehmen ist. Sollte sich der Bau der Holzkirche allzu sehr hinziehen, schaut es wohl schlecht für die Scheune aus.

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    2. Danke für diese Information, auch ich habe mich ein bissl gewundert, wie man den Kräutergarten dieses Klosters bewässert. Schade ist nur, dass es nicht authentischer umgesetzt wurde,

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    3. Bitte, gerne geschehen.
      Wobei der Kräutergarten ein eigenes Kapitel ist. Die Beete wurden beispielsweise mit Steinen eingefasst. Der Mönch und Abt Walahfried Strabo, der im 9. Jh. am Entstehungsort des St. Galler Klosterplans lebte (Reichenau), spricht in seinem Lehrgedicht "De cultura hortum" hingegen von Holzbrettern. Warum man sich beim Campus Galli daran nicht hält, ist mir schleierhaft.

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  21. Beim genauen Anschauen des Werbeprospektes für den CG sah ich noch ein interessantes Detail. Ein Foto zeigt einen Schmied beim Arbeiten auf einem kleinen blockförmigen Steckamboß, nicht dem modernen Hörner-Amboß, der auf vielen Besucherfotos abgebildet ist.
    Warum ist dann dieser moderne Amboß (noch) da, wenn es offensichtlich auch anders und authentischer geht? Wird der nur für Werbefotos rausgeholt?

    - Exilwikingerin -

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    1. Tarnen und täuschen, gepaart mit der Bequemlichkeit Werkzeug zu verwenden, das man nicht gewöhnt ist.

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    2. Der CG und das Werkzeug scheint so eine Sache zu sein. In einem der früheren Beiträge schrieb ein Kommentator, es habe bei einem Besuch auf dem CD rostiges Werkzeug auf dem Weg herumliegen gesehen. Wenn das wirklich stimmt, deutet es darauf hin, daß die Benutzer dieses Werkzeugs keine wirklichen Handwerker sind, denn ein Handwerker achtet (auf) sein Werkzeug, pflegt es und legt es an seinen Platz, wenn es nicht benötigt wird. Wer sein Werkzeug nicht sorgsam behandelt, wird damit auch keine gute Arbeit machen.

      - Exilwikingerin -

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  22. Das ist ein Bild vom neuen Schmied. Ich glaube er hat bestimmt nicht gemerkt, daß er abgelichtet wird, sonst hätte er natürlich für EUCH den Hörner Amboß benutzt, Ich werde mal mit Ihm reden und Ihm sagen er soll sich bei euch entschuldigen.

    @ Hiltibold, Betr. Grundwasser auf dem CG Gelände. Jeder Meßkircher kann Dir bestimmt bestätigen, daß der Grundwasserspiegel bei weitem nicht Deinen Vorstellungen entspricht.
    Gruß Heinrich

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    1. Besten Dank für den Hinweis, aber meine Informationen über den Grundwasserspiegel stammen von einer Landwirtin aus Meßkirch. Im Übrigen habe ich keine exakte Zahl genannt, sondern sprach von "relativ hoch". Was meine genauen "Vorstellungen" sind, weißt du demnach überhaupt nicht. Aber Hauptsache dagegen reden.
      In diesem Sinne bitte ich dich, dir ein anderes Plätzchen zum Herumtrollen zu suchen. Meine Toleranz für die Blödheiten von Geurtens Trollen ist nämlich rapide im Schwinden begriffen.

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    2. In der Umgebung des CG gibt es alte Brunnen mit rund 8 Metern Tiefe. Es ist nicht nötig, 30 Meter hinunter zu graben oder zu bohren. Man muss sich nur genau überlegen, an welcher Stelle man den Brunnen baut. Grundwasserquellen lassen sich von einem Fachmann so schwer auch wieder nicht finden. Mönche im MA hätten sich aber ganz klar darüber Gedanken gemacht, BEVOR sie den Bauplatz auswählten!
      Außerdem hat der Poster oben neben dem Brunnen auch eine Zisterne als Alternative genannt. Nicht mal das hat man beim CG rekonstruiert, obwohl es Pflicht für ein mittelalterliches Kloster oder eine Ansiedlung war, die Wasserversorgung von Beginn an sicher zu stellen. Wie erklärt man diesen Mangel den Besuchern? Ich bin mir sicher, überhaupt nicht.

      Grüßle,
      Maria

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    3. Danke für die Ergänzung. Acht oder ein paar Meter mehr, stellen beispielsweise bei einem Brunnen in hölzerner Kastenbauweise überhaupt kein Problem dar. Es gibt genügend archäologisch belegte Beispiele dafür. Bei einer kleinen Zisterne würde sogar die Hälfte der Tiefe problemlos ausreichen.
      Was auch unbedingt betont werden sollte: Niemand wird wohl verlangen, dass Brunnen oder Zisterne letztendlich genügend Wasser für die Baustelle liefern. Aber die Rekonstruktion an sich wäre als Schauobjekt für das Publikum sehr wichtig. Andere Freilichtmuseen verzichten daher nicht darauf.

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  23. Ein Klosterschmied erzählte Besuchern wahrscheinlich, das Eisen, das am Campus Galli verarbeitet wird, stammt aus lokalen Erzvorkommen. Was nicht stimmen kann, da kein Ofen zur Verhüttung vorhanden ist.
    http://kindamtellerrand.de/campus-galli-mittelalter-magie-in-messkirch/
    Ein weiterer Punkt: Der von einem Schreiber erwähnte neue Schmied, unter dessen Ägide angeblich endlich ein Steckamboss verwendet wird, wurde Mitte des Jahres eingestellt. Aber auch im Herbst stand der moderne Amboss noch immer an Ort und Stelle. Bei Bedarf kann ich gerne die selbst gemachten Aufnahmen davon zur Verfügung stellen.
    Armin

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    1. Interessant, was der guten Frau da möglicherweise erzählt wurde. Dass manch erteilte Auskunft der Klosterstadt-Mitarbeiter von eher geringer Qualität ist, wurde aber ja schon von mehreren Besuchern bemängelt.

      Die Sache mit dem Amboss kann ich so bestätigen, da es auch im Internet mit Fotos belegt ist (trotzdem danke für dein Angebot!).

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  24. Hallo an alle!

    Weil hier so viel geballtes Wissen versammelt ist, könnt ihr mir vielleicht eine klitzekleine Frage beantworten. Wieso hat der Campus Galli noch keine Wohnquartiere für die Mönche und Arbeiter? Ich kenne den Klosterplan von St. Gallen nicht im Detail - dass darauf kein Dormitorium oder irgendwelche anderen Schlaffplätze eingezeichnet sind, kann ich mir aber nicht vorstellen. Wo hätten die Menschen geschlafen? Jahrelang in Zelten???? Ich finde so eine Vorstellung seltsam. Oder gibt es zwingende Gründe, warum man das weg lässt?

    Lg
    Jutta

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    1. Hallo auch,
      offiziell heißt es, dass im Mittelalter bei einem neu gegründeten Kloster üblicherweise zuerst eine provisorische Kirche gebaut worden sei.

      Das wäre allerdings nur dann eine akzeptable Erklärung, wenn man beim Campus Galli lediglich eine primitive Holzkirche errichten würde, die problemlos innerhalb einer Bausaison fertiggestellt werden kann. Die Mönche des Mittelalters, denen nachzueifern man vorgibt, mussten nämlich anschließend noch winterfeste Quartiere für sich selbst aus dem Boden stampfen. Es wäre ziemlich weltfremd, wenn man annehmen würde, die braven Beter hätten den Winter in Zelten oder Unterständen aus Reisig verbracht.
      Beim Campus Galli errichtet man nun jedoch eine vergleichsweise aufwendige (und bauhistorisch höchst fragwürdige) Holzkirche mit Mörtelfundament, die frühestens in der dritten Saison fertig sein wird. Und selbst danach werden immer noch keine Wohnquartiere gebaut, sondern eine Scheune. Das ist natürlich völliger Unsinn.

      Man kann nur jeden davor warnen, den Aussagen von Vertretern des Campus Galli blind zu vertrauen. Die Herrschaften biegen sich die historischen Fakten mitunter so zurecht, wie es gerade ins betriebswirtschaftliche Konzept passt.

      Anmerkung: Einmal posten reicht normalerweise. Ich muss hier den Beitrag meist "händisch" freischalten, das dauert mitunter ein wenig ;)

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    2. Danke für deine Erklärung, Hilti! Offen gestanden habe ich mir etwas in der Art auch schon gedacht. Man hat kein Konzept gefunden, bei dem Kommerz und Wissenschaft friktionsfrei unter einen Hut gebracht werden können.

      Liebe Grüße,
      Jutta

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